Denken Sie mal mit!

Gastartikel von Thilo Baum

Haben Sie sich schon einmal darüber geärgert, dass jemand nicht mitdenkt? Ich bin sicher, Sie kennen das. Menschen handeln oft, ohne die Folgen zu bedenken – Ansprechpartner in Unternehmen, Kunden, oft die eigenen Mitarbeiter. Viele Menschen, so scheint es, sind regelrecht gedankenlos.

Eines Tages kam ich in einem Unternehmen an, und am Fenster der verlassenen Pforte hing ein Schild: „Besucher bitte in der Zentrale melden!“ Ich blickte mich um und hatte keine Ahnung, was die „Zentrale“ sein sollte. Wie sollte ich auch? Ich war schließlich zum ersten Mal hier! Der- oder diejenige, der oder die das Schild dort angebracht hatte, kannte die „Zentrale“ bestimmt, gab sein Wissen aber nicht weiter. Er oder sie dachte nicht im Sinne der Besucher mit, sondern setzte das eigene Denken und Wissen bei den anderen voraus. Er oder sie war offenbar Egozentriker/in.

An diesem Beispiel wird klar, was Mitdenken bedeutet: Es bedeutet, das Unwissen seiner Mitmenschen vorauszusetzen und deren Perspektive einzunehmen. Egozentriker sind unfähig zu diesem Perspektivenwechsel, und unser Wirtschaftsleben ist voll von ihnen. Die Folge: mangelnde Usability, undurchdachte Produkte, fehlende intuitive Bedienbarkeit – oder auch schlicht mieser Service. Einfacher wird der Erfolg, wenn wir im Sinne unserer Kunden mitdenken. Daher ist für mich der Mitdenker das Gegenteil des Egozentrikers.

Die Sicht des Mitmenschen macht erfolgreich

Wer wie ich pro Jahr 60.000 Kilometer Seminarreisen hinter sich bringt, stößt ständig auf mangelndes Mitdenken – ob bei Kunden oder in Hotels. Irgendwann kam mir der Gedanke: Ist dieses Phänomen nicht ein Buchthema? In „Komm zum Punkt!“ erfahren die Leute, wie sie den Kern einer Botschaft formulieren. In „Mach dein Ding!“ erfahren sie, wie sie die Schlagzeile für ihr Berufsleben finden und das, womit sie erfolgreich sein können. Der nächste logische Schritt ist es, nach den Bedürfnissen seiner Mitmenschen zu fragen und aus deren Sicht zu überlegen, was für sie relevant ist. Und darum vermittelt das neue Buch „Denk mit! Erfolg durch Perspektivenwechsel“ die Fähigkeit des Mitdenkens.

Anfangs recherchierte ich natürlich dazu und war erstaunt, wie wenig es zum Thema Mitdenken gab. Die Literatur, die ich fand, befasste sich viel weniger mit dem Mitdenken als vielmehr mit Einfühlungsvermögen und Mitgefühl. Das Schlüsselwort lautete „Empathie“.

Um mitzudenken, braucht man keine Empathie

Da stimmt etwas nicht, dachte ich. Denn um mitzudenken, braucht man doch kein Mitgefühl! Wenn ein Taxifahrer hört, dass das Handy des Fahrgastes klingelt, braucht er keine Empathie, um sein Radio auszuschalten, sondern Geistesgegenwart. Er braucht einfach die Fähigkeit, die Lage aus der Warte des Gastes zu sehen und daraus einen Schluss zu ziehen. Auch für Usability bei einer Webseite, einem Produkt oder einer Gebrauchsanweisung brauchen wir kein Mitgefühl.

Mitdenken besteht schlicht in der Fähigkeit, die Perspektive zu wechseln und eine Situation aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Wie performt unser Produkt oder auch unser Unternehmen aus Sicht der Kunden und der Öffentlichkeit? Und wer mitdenkt, also gleich am Anfang Usability bietet, braucht sich hinterher nicht im Sinne der Empathie für einen Mangel an Usability zu entschuldigen.

Das Problem ist das Denken in Mustern

Das Faszinierende an diesem Zugang zum Mitdenken ist: Wir alle sind doch in vielerlei Hinsicht Kunden! Wollen wir unseren Mitmenschen zumuten, was wir selbst als Kunden erleben? Hoffentlich nicht! Warum wir es doch tun, verweist wieder auf verschiedene Formen von Intelligenz wie in „Mach dein Ding!“: Die meisten Menschen denken in Mustern und Rastern und tun, was sie schon immer getan haben. Als Anbieter denken sie von sich aus. Nur wenige denken in Möglichkeiten – und nur sie sehen als Anbieter die Nutzersicht.

In „Denk mit!“ finden Sie zahlreiche Beispiele für Egozentrik und Geistesgegenwart – ganz bestimmt fühlen Sie sich an eigene Erfahrungen erinnert. „Denk mit!“ erscheint im Frühjahr 2012 im STARK-Verlag und ist schon jetzt bei Amazon bestellbar.

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Dieser Gastartikel wurde mit freundlicher Genehmigung von Thilo Baum veröffentlich. Das Original finden Sie auf  http://newsletter.thilo-baum.de/m/2584004/ . Mehr Informationen zu Thilo Baum finden Sie auf http://www.thilobaum.de/


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